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Aktuelle Mitteilungen

22.03.2010

Vom Gaffer zum Helfer  

ALTENHOLZ - Innenminister Klaus Schlie mobilisiert weiter gegen Gafferei am Einsatzort. "Wir müssen nach Wegen suchen, wie wir Menschen dazu bringen, vom Gaffer zum Helfer zu werden", sagte Schlie am Montag, 22. März 2010 in Altenholz. Der Fachbereich Polizei an der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung (FHVD) und das Innenministerium hatten dort zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung eingeladen.


 


Am Ende der von R.SH Chefkorrespondent Carsten Kock sehr souverän geleiteten Veranstaltung wurde des Öfteren das Motto „Helfen kann jeder“ zitiert. Einig waren sich die Fachleute darüber, dass neben der Sensibilisierung und Aufklärung die Diskussion über die Unmoral des Gaffens auf breiter Front in Gang kommen müsse.


 


Vor rund 250 Gästen aus den Bereichen Polizei, Feuerwehr, Justiz, kommunale Ordnungsbehörden, Medizin und Medien diskutierten Fachleute über mögliche Ursachen des Gaffens und Maßnahmen zu dessen Eindämmung. Teilnehmer an dieser Podiumsdiskussion, waren aus dem Bereich der Feuerwehr Dr. Ralf Kirchhoff, Leitender Branddirektor und Amtsleiter der Berufsfeuerwehr Kiel sowie Heiner Backer, als Fachleiter Psychosoziale Notfallversorgung. Ergänzt wurde die Runde durch die Direktorin des Institutes für Sanktionsrecht und Kriminologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Professorin Dr. Monika Frommel, dem Leitenden Regierungsdirektor und Dekan des Fachbereichs Polizei der FHVD, Hartmut Brenneisen, sowie dem Polizeidirektor Joachim Gutt und dem Journalisten Peter Wüst.


  


"Die Debatte über die Unmoral des Gaffens sei notwendig, damit Menschen klar werde, dass jeder Opfer werden könne und dann die Hilfe anderer brauche.  Wer nur zuschaut, macht sich zum Täter", sagte Innenminister Schlie. Er lehnte gesetzliche Änderungen ab. Damit lasse sich das Problem nicht lösen. Die Bestimmungen über unterlassene Hilfeleistung und Behinderung von Einsatzkräften am Unfallort reichten aus, um gegen Gaffer und Störer rechtlich vorzugehen. "Fehlende Rechtsnormen sind nicht das Problem", sagte Schlie.


 


Der Minister setzt im Kampf gegen das Gaffen auf eine langfristige Veränderung im sozialen Verhalten von Menschen. Eltern, Lehrer und Medien müssten als Partner gewonnen werden. Schlie rief auch die Automobilclubs und den Fahrlehrerverband auf, an der Entwicklung von Konzepten und Strategien mitzuwirken. Die Feuerwehren und Präventionsbeauftragten der Polizei könnten das Thema in ihren Öffentlichkeitsveranstaltungen als festen Programmpunkt behandeln. In der Fahrschule könnten fachmännisch ausgewählte Unfallbilder Menschen überzeugen, zu helfen statt zu gaffen "Ich war und bin gegen eine zwangsweise Schocktherapie mit Unfallbildern", sagte Schlie.


 


Foto: Heiner Backer (von links), Carsten Kock und Dr. Ralf Kirchhoff im Vorgespräch zur Podiumsdiskussion zum Thema „Gaffer am Einsatzort“.  Foto. wst


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