Jugendfeuerwehren verstärken Nachwuchswerbung

Samstag, 05. April 2014

KIEL /  FLENSBURG. Die Jugendfeuerwehren in Schleswig-Holstein sehen sich weiterhin auf Erfolgskurs – auch angesichts von  leicht sinkenden Mitgliederzahlen. Im Rahmen der Landes-Jugendfeuerwehrversammlung am Samstag (5.4.) in Kappeln wurde Bilanz des letzten Jahres gezogen. Landes-Jugendfeuerwehrwart Dirk Tschechne (Zarpen) konnte im Beisein von  Innenminister Andreas Breitner verkünden, dass die Nachwuchsorganisation der Feuerwehr ihren Mitgliederstand leicht nach unten korrigieren musste. 9491 Jungen und Mädchen (- 105) im Alter von 10 bis 18 Jahren werden derzeit in 429 Jugendgruppen (+8) auf den späteren Einsatzdienst vorbereitet und absolvieren eine bunte Palette an allgemeiner Jugendarbeit.


Den Rückgang führt Landes-Jugendfeuerwehrwart Tschechne auch auf stärkeren „Freizeit – und Schulstress“ zurück: „Mit Sorge beobachten wir die Rückmeldungen, dass immer öfter Jugendfeuerwehrmitglieder ihren Dienst beenden, weil die Belastung durch die schulische Ausbildung zu hoch wird“, so Tschechne. Und weiter: „Die derzeitige Entwicklung der Schullandschaft, hin zu mehr Ganztagsschulen und die immer stärkere Fokussierung auf 8jährige Gymnasien sorgen für stärke Belastungen der Schülerinnen und Schüler.“ Tschechne mahnte, dass Jugendverbände einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen leisten. Die in den Jugendverbänden neben der schulischen  Ausbildung erlernten Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vergessen oder gering zu schätzen, bedeute zu akzeptieren dass Teamfähigkeit, Selbstverantwortung und Einsatz für die Gesellschaft immer weniger Stellenwert erfahren.

Damit Jugendfeuerwehren auch am Puls der Zeit bleiben, wird weiterhin massiv um Mitglieder geworben. Der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein bietet dazu einen bunten Strauß an Hilfsmitteln und Schulungen. Das machte auch Innenminister Breitner deutlich: „Diskutiert werden Möglichkeiten einer attraktiveren Jugendarbeit ebenso wie einer bessere Betreuung der Jugendlichen und damit eine gezieltere Vorbereitung auf den Feuerwehrdienst. Ziel ist ein nahtloser Übergang in die Einsatzabteilung“, so Breitner. Aktuell besonders im Fokus stehe zudem der Gedanke, Kinderabteilungen in die Freiwilligen Feuerwehren des Landes Schleswig-Holstein zu integrieren. Breitner: „Unterstützung erhalten die Jugendfeuerwehren bei diesen Bemühungen nicht nur durch das Innenministerium. Auch der Landesfeuerwehrverband hilft auf vielfältige Art und Weise. Besondere Beispiele sind die EDEKA- Feuerwehr-Mettwurstaktion und der in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfindende Marketingkongress, aber auch viele andere Image- und Werbekampagnen.“

 


In diese Kerbe schlug auch „Hansa-Park“-Inhaber Andreas Leicht. Er gab angesichts des Baustarts einer neuen Groß-Achterbahn in seinem Freizeitpark den Startschuss für einen Kreativwettbewerb in den Jugendfeuerwehren. „Mit der Phantasie und der Unvoreingenommenheit der Jugendlichen wollen wir gemeinsam tolle neue Ideen finden, um Menschen für die Feuerwehr zu begeistern“, sagte Leicht. Neben einer Exklusivfahrt in der neuen Fahrattraktion mit Urkunde und Pressebegleitung winkt der siegreichen Jugendgruppe ein Geldpreis in Höhe von 10.000 Euro, den der Hansa-Park zur Verfügung stellt. Ideen können bis Jahresende beim Landesfeuerwehrverband eingereicht werden. (www.lfv-sh.de & www.shjf.de)  . Weitere Infos dazu in den nächsten Tagen im LFV-Newsletter.


Den zum dritten Mal ausgeschriebenen Motivationspreis der schleswig-holsteinischen Jugendfeuerwehr erhielt die Jugendfeuerwehr Husum, die mit einem jungen Team neuen Schwung in die Gruppe gebracht hat.

As der EDEKA-Sende zur Feuerwehr-Mettwurst erhielten die Kreis- und Stadt-Jugendfeuerwehrwarte Schecks im Gesamtwert von rundd 16.000 Euro. Das ist die Hälfte der in den Kreisen verkauften Würste. Das geld soll für regionale Projeke eingesetzt werden. Das beste Ergebnis erzielte mit ber 6000 Würsten der KFV Pinneberg, für den K-JFW Ernst-Niko Koberg den Scheck übernahm (Foto 3)

Zum neuen stellvertretenden Landes-Jugendfeuerwehrwart wurde Alexander Wengelewski (Neustadt / H., Kreis Ostholstein) gewählt. Er tritt die Nachfolge von Sascha Keßler an, der nach über 12 Jahren nicht wieder zur Wahl antrat. (Foto 1: v.lks. L-JFW Dirk Tschechne, Sascha Keßer, Alexander Wengelewski, Rüdiger König und Bundes-Jugendleiter Tim Falkowski).

Geehrt wurden:

Ehrenmitgliedschaft im Landes-Jugendfeuerwehrausschuss:

  • Hauptbrandmeister Sven Klempau, Lübeck


Leistungsspange der schleswig-holsteinischen Jugendfeuerwehr in Gold:

  • Oberbrandmeister Christoph Dornheim, Stockelsdorf (Kreis Ostholstein)
  • Oberbrandmeister Lutz Kettenbeil, Kiel

Ehrennadel der Deutschen Jugendfeuerwehr in Silber:

  • Löschmeisterin Angela Fölster, Hasenkrug (Kreis Segeberg)

Schleswig-holsteinisches Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber:

  • Christoph-Andreas Leicht, Sierksdorf (Foto 2, mit Innenmiister Andreas Breitner und Landesbrandmeister Detlef Radtke)

Eine ausführliche Dokumentatio zur Landes-Jugendfeuerwehrversammlung erscheint im nächsten LFV-Newsletter ab ca. 7. April.